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Dienstag, 06.01.2009

Vogelschutz- und Zuchtverein 1957 Untergrombach

Bindeglied zum ehrenamtlichen Vogelschutz

100 Jahre ist es her, dass die älteste Vogelschutzwarte in Deutschland entstanden ist. Ihr Gründer war Hans Freihärr von Berlepsch. 1876 ließ Freiherr von Berlepsch in der Seebacher Flur Vogelschutzgehölze anlegen und etwas später wandelte er den Obstgarten rund um seine 700 Jahre alte Wasserburg in einen Vogelschutzpark um. Seine den Spechthöhlen nachgebildeten Holznisthöhlen waren jahrzehntelang Inbegriff der Vogelhege. 1908 wird seinem Vogelschutzpark von der königlich- preußischen Regierung der Titel "Staatlich anerkannte Versuchs- und Musterstation für Vogelschutz" verliehen. Damit ist 1908 das Geburtsjahr der vom Staat anerkannten Vogelschutz- warten in Deutschland. Ihr Mutterhaus ist Seebach Thüringen. Berlepsch ist der Wegbereiter dieser Vogelschutzeinrichtungen geworden.

Vogelschutzwarten haben ein weites Arbeitsfeld. Sie sind nicht leicht einer Verwaltungseinheit zuzuordnen, passen schlecht in eine Kästchenstruktur, sind einfach sperrige Gebilde. Vogelschutzwarten beraten, aber nicht nur den Naturschutz, auch die Landwirtschaft, die Fischerei und den Forst. Sie forschen, denn ohne Wissen kann man nicht beraten. Ihre Forschung hat immer einen praktischen Bezug zum Naturschutz. Typische Vogelschutzwartenfragen sind: Wie muss ein Landwirt seine Wiesen bewirtschaften, damit Brachvogel oder Braunkehlchen dort leben können? Was kann man tun, dass Kolkraben nicht zu Lämmerkillern werden? Was muss der Forstmann tun oder lassen, um den Dreizehenspecht das Auerhuhn, den Schwarzstorch in unseren Wäldern zu erhalten? Seitenlang ließen sich angewandte Forschungsfragen formulieren.

Keine andere Tiergruppe ist so geeignet, äls Anzeiger für Umweltveränderungen zu dienen. Das hat nicht nur biologische Gründe, das hat vor allem den Grund, dass viele Hundert Menschen im Land nicht nur Vögel anschauen, sondern darüber hinaus auch Aufzeichnungen über sie machen. Die Staatliche Vogelschutzwarte als Bindeglied zwischen privaten Vogelschützern und den staatlichen Naturschutzstellen hat die vielen

Aktivitäten in einem Monitorringprogramm gebündelt. Dies bedeutet, es werden Daten aus der Vogelwelt zielgerichtet erfasst und ausgewertet, um damit Aussagen über den Zustand der Umwelt zu machen. (schn)

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