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Dienstag, 06.01.2009
Verein für Umwelt- und Naturschutz Untergrombach e.V.
Über
die mittlerweile 25-jährigen Bemühungen des Vereins für
Umwelt- und Naturschutz in Untergrombach zum Schutz der heimischen
Frösche und Kröten informierten sich zahlreiche Teilnehmer
im Rahmen einer Führung. Foto: Horst Gringmuth (hg)
Untergrombacher Naturschützer blicken zurück auf 25
Jahre Amphibienschutz Die "Froscher" von heute fangen
Amphibien nur in bester Absicht
Vom Drahtzaun zum Leitsystem mit Tunnels / Jährlich bis zu
20000 Frösche und Kröten in Untergrombach
Bruchsal-Untergrombach
(tam). Als „Froscher“ – im Sinne von
„Froschfänger“ – werden die Untergrombacher
seit rund hundert Jahren in der Region geneckt. Weil der Handel mit
Froschschenkeln für die feinen Restaurants in Karlsruhe und
Heidelberg um das Jahr 1900 ein Arme-Leute-Gewerbe war, das hier
offenkundig rege betrieben wurde, kam das Dorf am Fuß des
Michaelsberges zu seinem Spitznamen.
Froschfänger gibt es in
Untergrombach noch heute. Aber die handeln längst in ganz
anderer, in bester Absicht. Seit mittlerweile einem
Vierteljahrhundert hat sich der örtliche Verein für Umwelt-
und Naturschutz den Schutz der gefährdeten Amphibien auf seine
Fahnen geschrieben. Dass die Tiere bei ihren jährlichen
Massenwanderungen zu Frühlingsbeginn gefangen und in Eimern über
die viel befahrene Bundesstraße 3 befördert werden müssen,
gehört unvermeidlich mit dazu. Jetzt stellte der Verein, der
heuer sein 25-jähriges Bestehen feiert, die Entwicklungen und
Erfolge seiner Amphibienschutzmaßnahmen seit 1983 im Rahmen
einer Führung der Öffentlichkeit vor.
Denn die Veränderungen auch auf
diesem Gebiet waren und sind durchaus erheblich. Was einmal mit
schlichtem Drahtzaun begonnen hat, der alljährlich entlang der
Straße gespannt und nächtens abgesammelt werden musste,
erreicht heute im fest installierten Leitsystem aus Beton mit
Tunneldurchlässen unter der B 3 sein derzeitiges Optimum. Dessen
Vorteile liegen auf der Hand: Gerade kleinere Frösche und die
winzigen Molche werden durch das neue System effektiver geschützt.
Und es muss nicht Jahr um Jahr neu aufgebaut werden, wenn sich die
Lurche in milden Regennächten wieder aufmachen zu ihrer
Wanderung von den Bergwäldern zu den Feuchtgebieten in der
Rheinebene.
Was die einzelnen Schutzmaßnahmen
bewirken und wie sie konkret funktionieren, erläuterten Regine
Carl, Eike Hutter und Thomas Adam aus den Reihen des
Naturschutzvereins – freilich nicht ohne die kühle Technik
auch mit der Anekdote zu verknüpfen. Etwa die Geschichte von den
Bestimmungsschwierigkeiten, ob der Frosch nun vom Wald zum Teich will
oder schon auf dem umgekehrten Weg ist. Denn in manchen Nächten
sind die erst noch zu den Laichgebieten wandernden Tiere kaum zu
unterscheiden von denen, die sich bereits wieder auf dem Rückmarsch
befinden.
Entsprechend rege waren auch die
Nachfragen und Diskussionsanstöße der rund 30
Exkursionsteilnehmer. Sichtliches Erstaunen rief die Antwort auf die
Frage hervor, wie viele Tiere denn jedes Frühjahr in
Untergrombach wandern. Abhängig von der Witterung – je
trockener, desto ungünstiger – schwankten die Ergebnisse
im letzten Vierteljahrhundert zwischen kaum hundert und 20000 Tieren.
Dass die verkehrsrechtliche Anordnung besteht, an besonders heftigen
Wanderabenden die B 3 auch und gerade zum Schutz der Autofahrer über
Nacht zu sperren, dürfte vor dem Hintergrund der zweiten Zahl
durchaus nachvollziehbar werden.
Denn wie war das in jenem massiven
Wanderjahr Ende der 1990er Jahre, als die Untergrombacher Feuerwehr
die Bundesstraße erst von den Körpern überfahrener
Frösche freispritzen musste, ehe sie wieder für den Verkehr
freigegeben werden konnte? Nicht zuletzt in diesem Zusammenhang, so
erfuhren die Teilnehmer der Führung, seien auch die intensiven
Bemühungen des Vereins um den Bau der dauerhaften Schutzanlage
zu verstehen, deren Finanzierung weitgehend aus privaten Mitteln im
Jahre 1999 breite öffentliche Aufmerksamkeit erregt hat.
Für weitere Fragen bezüglich der Nachrichten fragen Sie bitte direkt beim betreffenden Verein nach oder besuchen dessen Homepage.
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