Untergrombach - Michaelsberg (Dezember 2007)
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Dienstag, 06.01.2009

Vogelschutz- und Zuchtverein 1957 Untergrombach

Balzende Meisen und zugfaule Kraniche

Das Klima-Chaos wirkt sich auch auf die Vogelwelt aus. Der überaus milde Herbst und der schon frühlingshafte Winter machen für jeden unübersehbar: Unser Klima ist aus den Fugen geraten. Jahreszeitlich außergewöhnliche Wetterlagen mit extremen Temperaturen, Stürmen und Niederschlägen nehmen in erschreckendem Umfang zu und wirken sich unmittelbar auf die Natur aus. Der Jahresrhythmus vieler Vogelarten verändert sich. Noch nie haben so viele Zugvögel ihre Reise verkürzt wie in diesem milden Winter.

Kraniche, die normalerweise den Winter in Spanien und Portugal verbringen, sind zu Tausenden in Deutschland geblieben, ebenso Stare, Feldlerchen, Goldregenpfeifer, Kiebitze und Hausrotschwänze. Das kann diesen Vögeln zwar Vorteile in der kommenden Brutsaison bescheren, doch sollte jetzt noch ein heftiger Wintereinbruch erfolgen, werden viele diesen nicht überleben.

Mit dem Durcheinander des Klimas steigen die Risiken für die Tierwelt, die im Laufe ihrer Geschichte vielfältige Anpassungen entwickelt hat. Arten mit nur geringen Anpassungsfähigkeiten werden zu den Verlierern zählen. Dazu gehören besonders die Transsaharazieher unter den Zugvögeln, wie Kuckuck, Pirol oder Gartenrotschwanz. Sie kämpfen gleich doppelt ums Überleben: Mit der Ausbreitung der Sahara erhöht sich das Risiko, dass die im Körperfett angesammelten Energiereserven für weitere Distanzen über Wüstenzonen nicht mehr ausreichen. Haben sie die Überquerung geschafft und kommen zum Brutbeginn wieder heil zurück, fehlt es ihnen hier an Nahrung, wenn sich die benötigten Insekten klimabedingt schon früher entwickelt haben. Dagegen werden Wärme liebende Arten wie der Bienenfresser tendenziell begünstigt. So findet der buntschillernde Exot aus dem Mittelmeerraum nun auch in Deutschland zunehmend eine Heimat. Im vergangenen Jahr brüteten hier schon mehr als 500 Paare.

Wo jedoch Lebensräume klimabedingt verloren gehen, wie in den Hochlagen der Mittelgebirge, der Alpen und an den Küsten, ist mit dramatischen Verlusten bei Flora und Fauna zu rechnen. Dort läuft der Klimawandel am schnellsten - zu schnell für viele Arten. Artenschutz ohne Klimaschutz ist Vergangenheit! schn

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