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Untergrombach NET
Freitag, 21.11.2008 Vogelschutz- und Zuchtverein 1957 UntergrombachInvasion aus der Ferne (Teil 3)Kein Hinweis auf strengen Winter! Gelegentliche hohe Vermehrungsraten führen zu dichtebedingten Wanderungen bei Buntspecht, Eichelhäher, Kohl- und Blaumeise. Meisen brauchen zahlreichen Nachwuchs, um Ausfälle durch Feinde und Witterung zu kompensieren. Bei Massenvermehrung kommt es zu Großinvasionen mit zugartigem Verlauf, bei dem die eigentlich selten ziehenden Kohlmeisen Strecken von 500 Kilometern zurücklegen. Fichtenkreuzschnäbel wiederum kommen bei fehlenden Fichtensamen in großen Flügeln aus dem Osten von Juni bis August. Aber Ausnahmen bestätigen die Regel: Wanderungen fanden auch in satten Jahren statt oder blieben in Mangeljahren aus. Die Invasionsintervalle liegen zwischen einem und 17 Jahren. Entfernungen bis zu 4000 Kilometer legen die Kreuzschnäbel zurück. Als noch keine Heuschrecken nachhaltig bekämpft wurden, kamen regelmäßig die eigentlich in Indien überwinternden Rosenstare aus ihrem türkischen Brutgebiet bis nach Portugal, Irland und Island. Invasionen führen auch Bindenkreuzschnabel, Lapplandmeise und Zedernseidenschwanz zu uns - zur Freude der Vogelbeobachter. So gab es zwischen 1863 und 1908 mehrere Großinvasionen des Steppenhuhns aus Asien bis zu den Britischen Inseln. Trotz vieler geklärter und ungeklärter Sachverhalte ist eines sicher: Invasionsvögel bereichern unsere Fauna, geben aber keinen Anhaltspunkt für die Strenge des Winters. schn |